Samstag, 4. August 2007

Mathematik der Göttlichen Liebe (Joh 16 12-15)

Gott ist ein Geheimnis, das wir Menschen nie ganz ergründen werden. Wir sind angewiesen auf das, was Gott uns von SEINEM Wesen offenbart, was ER uns von SICH zeigt. Naturwissenschaftliche Logik hilft da nicht viel weiter, auch wenn die Gegenwart Gottes als solche durch die Geschöpfe und die Größe ihrer wunderbaren Vielfalt mit Sicherheit erkannt werden kann. Auch die Lehre von der Göttlichen Dreifaltigkeit, die ganz zentral ist für unser christliches Gottesbild - wir meditieren es im Grunde mit jedem Kreuzeichen „Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes…“ - ist mit naturwissenschaftlicher Logik nicht herzuleiten. Das 1+1+1 = 1 und nicht 3 sein soll, lässt dem Mathematiker die Haare zu Berge stehen.
Doch in der Geschichte Gottes mit dem Menschen, wie sie uns in der Heiligen Schrift überliefert ist, hat Gott SICH den Menschen im wesentlichen in drei Personen offenbart: als Schöpfer und Vater, der alles in allem ist; als Sohn in Jesus Christus, der eins mit dem Vater ist und dem der Vater alles übergeben hat (V.15), der eben nicht nur ganz Mensch ist, sondern zugleich ganz Gott; und als Heiliger Geist, der aus beiden hervorgeht und uns an die Botschaft erinnert. So ist er das Lebensprinzip, die Quelle und der Motor der Kirche (vgl. ebd.). Und diese Drei sind eben nicht nachträglich durch kluge Theologenköpfe zusammengewürfelt. Der Evangelienabschnitt zeigt uns, wie Jesus selbst alle voneinander unterscheidet und doch zusammen eint.
Gilt zudem nun noch die Grundaussage aus der Gotteslehre Israels, dass es nur einen Gott gibt – vgl. Dtn 6,4 - so ist die logische Konsequenz, dass der eine Gott sich in drei Personen entfaltet. Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiliger Geist bleiben in dieser Dreiheit trotzdem der eine Gott. Und diese drei Personen in dem einen Wesen Gottes stehen in unendlicher Liebe zueinander, in einem permanenten Austausch. Diese strömen auf uns, die Geschöpfe, aus und wir sind in diese Liebe und diesen Austausch hinein genommen.
Das sind theologische Gedanken, die manchen schwer und abstrakt anmuten. Jedoch sind es gut begründete Versuche, das eigentlich unsagbare und geheimnisvolle in Worte zu kleiden. Wir sind eingeladen, uns dem Geheimnis Gottes mit Ehrfurcht zu nähern.